Lernmanagement­system für die Schulen des Wetteraukreises
 
 
 

Durch den Vorhang - Ein Film über Schuld, Erinnerung und Verantwortung

Filmbeschreibung

Der 16-jährige Schüler Tom reist mit seiner Klasse nach Israel, um an einem Schüleraustausch teilzunehmen. Er zeigt zunächst wenig Interesse an dem Besuch von Gedenkstätten und hat eher Urlaub im Sinn. Als Tom in seiner Gastfamilie ankommt, nimmt der Aufenthalt eine unerwartete Wendung: Toms Gastbruder Ari hasst alles Deutsche aus tiefstem Herzen und provoziert seinen Gast so lange, bis es zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Jungen kommt. Dabei verletzt sich Tom und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Dort lernt er eine alte Frau namens Rosa kennen, die - durch einen Vorhang getrennt - im Bett neben ihm liegt. Rosa ist schwer krank und halluziniert in verschiedenen Sprachen. Schließlich erzählt sie Tom von ihrem Geheimnis: Als junges Mädchen wurde sie von ihren jüdischen Eltern mit einem Kindertransport aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach England geschickt. Dadurch entkam sie als Einzige aus ihrer Familie dem Holocaust. Eigentlich hätte jedoch Rosas Schwester Karin reisen sollen. Rosa drängte ihre Eltern damals so lange, bis diese die jüngere Tochter mit Karins Papieren in den Zug steigen ließen. So überlebte Rosa an Karins Stelle, hieß von nun an Karin und lebte das Leben ihrer Schwester. Bis ins hohe Alter plagt Rosa das Schuldgefühl der Überlebenden. Sie bittet Tom darum, ihre Geschichte nicht zu vergessen: "Ihr baut uns Denkmäler, aber Karin darfst du nicht vergessen. Du bist jetzt der Einzige."
Am nächsten Morgen ist Rosa tot. Als Tom zurück nach Berlin gelangt, hat sich sein Blick gewandelt. Am Denkmal für die Kindertransporte am Bahnhof Friedrichstraße, an dem er zu Beginn seiner Reise noch achtlos vorbeigelaufen war, hält er inne und erinnert sich an Rosas Geschichte.

Informationen

Zielgruppe:Allgemeinbildende Schule, 8.-13. Klasse
Unterrichtsfächer:Ethik (Konflikte und Konfliktregelung)
Geschichte (Epochen, Neuere Geschichte, Faschismus und Nationalsozialismus)
Interkulturelle Bildung
Politische Bildung (Gesellschaftspolitische Gegenwartsfragen)
Religion (Religiöse Lebensgestaltung)
Stichwörter:Deutschland, Dialog, Erinnerung, Hass, Holocaust, Israel, Judentum, Kindertransporte, Kirche, Menschenrechts-Filmpreis, Reise, Schuld, Schüleraustausch, Shoa, Verantwortung, Vergangenheit, Versöhnung, Yad Vashem
Lauflänge:46 Minuten
Produzent / Produktionsjahr:Arkadij Khaet (Ludwigsburg)
FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht gemeinnützige GmbH (Grünwald)
Online-Medium, 2017
Sprache:Deutsch